Talo - The House

Wie häufig im Werk der finnischen Künstlerin Eija-Liisa Ahtila (1959) handelt auch Talo – The House (2002) von psychischen Grenzerfahrungen. Die Videoprojektion auf drei Bildschirmen zeigt eine junge Frau in ihrem Haus, für die Künstlerin eine „Art von Metapher für den menschlichen Geist”, und die Verschiebung der Realitätsgrenzen ihrer Wahrnehmung in einen zunehmend psychotischen Zustand. Ohne sichtbare Emotionen berichtet sie von der Durchdringung von Raum und Zeit, von Innen und Außen und verschließt sich zuletzt im Dunkel durch das Abhängen der Fenster des Hauses mit schwarzem Stoff. Ahtila griff für Talo – The House auf Gespräche mit Frauen zurück, die selbst psychotische Erfahrungen gemacht hatten. Ihrem Video gelingt ein schwebendes Gleichgewicht zwischen Nüchternheit, Bedrohung und Poesie.

Ansichten der Ausstellung Le Meilleur des Mondes, Mudam Luxembourg, 30/01/2010 – 24/05/ 2010

Eija-Liisa Ahtila
Talo - The House
, 2002
Dreifache Videoprojektion
14 min
Sammlung M.J.S., Paris
Depot 2006 - Sammlung Mudam Luxembourg
©Fotos: Rémi Villaggi