„Man muss anerkennen, dass die Kunst nicht das Leben ist und dass die Kunst immer einen Abstand beschreibt zwischen einer wirklichen Sache und ihrer Übersetzung.“

Didier Marcel

In Didier Marcels (1961) Werk verbindet sich ein genuin künstlerisches Interesse an bildhauerischen Fragestellungen nach Form, Größe, Oberfläche und Präsentation mit der zeitgenössischen Produktionsweise eines Künstlers, der ein Team von spezialisierten Handwerkern und den Einsatz modernster Technologien orchestrieren und zu präzisen Ergebnissen führen kann. Didier Marcel bezieht die oft bodenständigen und erdverbundenen Motive seiner Arbeiten aus seiner unmittelbaren Umgebung. Die Polyesterabgüsse säulenhafter Baumstämme von architektonischer Qualität ebenso wie die reliefhaft in Szene gesetzten Abbildungen gepflügter Erdschollen und andere Arbeiten geben seinem Werk eine rätselhafte Distanz. Als Ausschnitte imaginärer Landschaften oder Bestandteile räumlicher Bilder sind sie Details einer Wirklichkeit, deren Verfremdung umso deutlicher werden lässt, dass selbst die Natur einem kultivierenden Blick unterliegt. Marcel interessiert sich dabei ebenso sehr für das Spiel mit unterschiedlichen Größenverhältnissen wie für die ausgeklügelte „Einrahmung“ seiner Werke, deren eigenwillige Sockelstrukturen oder verkaufsmessenhafte Präsentation die Künstlichkeit der Situation nur unterstreichen. Dem mitunter leicht nostalgischen Unterton seiner Arbeiten begegnet Didier Marcel mit technischer Perfektion und überraschenden farblichen Akzenten.

Sans titre (Labours)

Didier Marcel
Sans titre (Labours), 2006-2007
Getönter Elastomer, Stahl polierter Edelstahl
52 x 300 x 200 cm
Sammlung Mudam Luxembourg
Ankauf 2007
© Foto: Andrés Lejona